Was tun mit angelaufenen Kerzen?

Das kennen Sie doch auch!
Der Weihnachtsmarkt naht und Sie haben noch einige gegossene Kerzen vom letzten Jahr übrig, die sie noch gerne verkaufen möchten. Aber nach der mehrmonatigen Lagerzeit sind sie angelaufen, d.h. mit einem weißen Belag überzogen.

Was tun? Einschmelzen, mit dem Handballen polieren, fönen oder ...?

Einschmelzen sollte das letzte Mittel sein. Recyceln Sie die Kerzen nur, wenn sie schon Beschädigungen aufweisen. Kerzen mit Beschädigungen zu verkaufen, das verletzt unser Ansehen.

 

Schnell mehrfach mit dem Handballen darüber streichen, polieren, schon glänzt die Kerze wieder. Falls die Kerze mit einem Relief versehen ist, dann wird die Sache schon aufwändiger. So oft Sie auch darüber reiben, in den Vertiefungen bleiben unschöne weiße Beläge zurück. Jetzt muss eine weiche Bürste oder der warme Fön her, damit sie wieder strahlt! Doch strahlt die Kerze danach wirklich wieder? Ist die Oberfläche zum Teil nicht etwas matt geworden?

 

Es geht viel einfacher! Halten Sie die Kerze für einen kurzen Augenblick unter fließendes, etwa 45 Grad warmes Wasser. Die Beläge verschwinden augenblicklich, die Kerzenoberfläche wird ganz schwach angeschmolzen, die weiße Oxidation einfach weggespült. Sie glänzt danach wieder wie eine frisch gegossen Kerze. Keine Angst um den Docht! Da es hier um eine gegossene Kerze geht, ist der Docht mit Wachs durchgetränkt, er kann sich nicht mit Wasser ansaugen.

 

Die Bilder zeigen einen angelaufenen Wachsbarren, eine Kerze vom letzten Jahr und eine weitere mit dunklerem Wachs, die schon mehrere Jahre ungenutzt herumlag. Alle drei Gegenstände haben die Prozedur, wie Sie sehen, bestens überstanden und glänzen wieder.

 

Viel Erfolg beim „Recyceln“ Ihrer Kerzen wünscht
Gerhard Rischbeck